Schlager bei Forest: Warum das Europa-Ziel real ist
Xaver Schlager will mit Nottingham Forest nach Europa. Warum der Zugang Oliver Glasners Mittelfeld mehr Ruhe und Struktur geben kann.
Xaver Schlager will mit Nottingham Forest nach Europa. Ein neuer Spieler sagt so etwas im Sommer schnell. Bei ihm klingt es trotzdem weniger nach Pflichtsatz, weil Oliver Glasner seine Staerken genau kennt und Forest mit diesem Transfer eine Luecke im Zentrum schliesst.
Premier League
Ein Zugang fuer die unangenehmen Minuten
Nottingham Forest hat in den vergangenen Spielzeiten oft davon gelebt, dass Spiele nicht schoen werden mussten. Die Mannschaft konnte tief verteidigen, umschalten und an einem schlechten Abend eines Gegners vorbeiziehen. Fuer den naechsten Schritt reicht das allein nicht. Wer regelmaessig um Europa spielen will, muss auch Partien kontrollieren, in denen der Gegner den Ball abgibt und auf den einen Fehler wartet.
Schlager ist fuer diese Aufgabe interessanter als ein weiterer Name auf einer Transferliste. Er kann Baelle jagen, aber er denkt nicht nur an den ersten Zweikampf. Seine beste Arbeit beginnt oft danach: den freien Raum sehen, den zweiten Pass anbieten, den Rhythmus wieder beschleunigen. Das sind Faehigkeiten, die ein Mittelfeld im dichtesten Teil der Premier League zusammenhalten.
Die Idee: Forest soll nicht einfach hoeher stehen. Die Mannschaft soll nach Ballgewinnen schneller entscheiden und bei eigenem Ballbesitz weniger hektisch werden.
Glasner kennt die Gebrauchsanweisung
Der Vorteil der Wiedervereinigung mit Glasner liegt nicht in Nostalgie. Ein Trainer, der einen Spieler bereits im Alltag erlebt hat, muss weniger raten. Er weiss, wie weit Schlager nach vorn schieben kann, wann er einen offensiveren Mitspieler absichern muss und wo seine Intensitaet zum Risiko wird. Das spart in der Vorbereitung Zeit, die ein neuer Kader immer braucht.
Auch die Rollenverteilung wird klarer. Schlager muss nicht der kreative Solist sein. Seine Aufgabe kann darin liegen, den ersten Druck zu loesen und die Verbindung zwischen Abwehr und Angriff offen zu halten. Wenn das funktioniert, bekommen die offensiven Spieler den Ball frueher und mit mehr Optionen vor sich.
Warum der Transfer zu Forest passt
Viele Vereine suchen im Mittelfeld nach einem grossen Versprechen. Forest sucht gerade etwas anderes: einen Spieler, der weiss, wie ein Spiel nach einem schlechten Pass weitergeht. Schlager bringt Laufarbeit, aber auch eine klare Vorstellung von Abstaenden mit. Das wird wichtig, wenn die Aussenverteidiger aufruecken und die Mannschaft den Ball in gegnerischer Haelfte verliert.
Seine Erfahrung darf dabei nicht als Garantie gelesen werden. Die Intensitaet der Liga fordert jeden Zugang. Doch er kommt nicht in einen Kader, der ihn erst erfinden muss. Der Trainer kennt die Rolle, der Spieler kennt die Erwartungen. Das macht den ersten Monat weniger zufaellig.
Das Europa-Ziel braucht einen besseren Alltag
Schlagers Satz ueber Europa wird erst dann Gewicht bekommen, wenn Forest die kleinen Auswaertsspiele anders loest als bisher. Ein Punkt nach einer schwachen Halbzeit, ein sauberer Sieg gegen einen tiefen Gegner, ein ruhiger Aufbau nach frueher Fuehrung: Dort entsteht eine Saison fuer die oberen Plaetze. Schlager ist kein Transfer fuer die Schlagzeile. Er ist ein Versuch, diese Abende berechenbarer zu machen.