Leverkusen startet mit 2:0 gegen Celje

Bayer Leverkusen gewinnt 2:0 gegen NK Celje in der Europa League. Aleix Garcia prägt beide Eckballtore, Svit Seslar trifft ins eigene Tor, Facundo Medina per Volley.

Aleix Garcia und Facundo Medina führen Bayer Leverkusen zum 2:0 gegen NK Celje

Bayer 04 Leverkusen ist mit einem 2:0 gegen NK Celje in die Europa League gestartet. Das Resultat klingt klarer, als sich die 90 Minuten zeitweise anfühlten. Ein Eigentor von Svit Seslar brachte die Werkself in Führung, Facundo Medina entschied die Partie später mit einem Volley nach einer Ecke von Aleix Garcia. Dazwischen gab es für die Gastgeber etliche gute Ansätze, einige vergebene Möglichkeiten und zwei wichtige Paraden von Mark Flekken. Für Trainer Carles Martínez waren es drei Punkte, für seine Mannschaft aber auch ein Abend mit Material zum Weiterarbeiten.

🎯 Ein Eckball, ein abgefälschter Ball und die frühe Führung

Leverkusen hatte die Partie schnell in die Hand genommen, doch die erste Viertelstunde war nicht einfach nur ein Dauerdruck auf das Tor von Žan-Luk Leban. Moussa Diaby suchte schon in der Anfangsphase den Abschluss, Martin Terrier traf später den Pfosten. Celje ließ sich nicht ausschließlich zurückfallen und setzte mit seinen ersten Vorstößen ein Zeichen, dass der Favorit aufmerksam bleiben musste.

Die Führung fiel in der 15. Minute aus einer Szene, die gut zum Spiel passte. Nach einem Eckball kam Aleix Garcia am Strafraum an den Ball. Sein Versuch wurde von Svit Seslar so unglücklich abgefälscht, dass Leban keine Abwehrchance hatte. Das Tor wurde als Eigentor des Celje-Spielers gewertet. Für Bayer war es trotzdem der Lohn für eine Phase, in der die zweite Welle nach Standards immer wieder Gefahr erzeugte.

Garcia blieb die prägende Figur dieser ersten Halbzeit. Er forderte den Ball, wechselte die Seite und brachte mit seinen Pässen Ruhe in die Angriffe. Als Leverkusen Räume bekam, ging es zügig nach vorne. Als Celje die Mitte schloss, blieb der Spanier geduldig. Das wirkt auf dem Papier unspektakulär, war aber wichtig, weil die Werkself nicht in den Fehler verfiel, jeden Angriff mit dem nächsten riskanten Ball erzwingen zu wollen.

⚽ Die Aufstellung zeigt, wie breit Leverkusen aufgestellt ist

Carles Martínez änderte seine Startelf im Vergleich zum jüngsten Ligaspiel auf sechs Positionen. Vor Mark Flekken verteidigten Lucas Vázquez, Loïc Badé, Edmond Tapsoba und Medina. Im Zentrum arbeiteten Robert Andrich und Aleix Garcia. Davor begannen Diaby, Malik Tillman und Terrier, während Patrik Schick die vorderste Rolle übernahm. Diese Mischung brachte Erfahrung, Tempo und mehrere Spieler, die den Ball auch zwischen den Linien behaupten können.

Bei NK Celje stand Leban hinter Pijus Sirvys, Łukasz Bejger und Artemijus Tutyskinas. Svit Seslar, Mark Zabukovnik, Luka Vesner Ticic, Milot Avdyli, Benjamin Verbič, Yaya Dukuly und Armandas Kučys versuchten, die Räume vor dem eigenen Strafraum eng zu halten und nach Ballgewinnen direkt umzuschalten. Das gelang nicht durchgehend, aber oft genug, um Leverkusen daran zu erinnern, dass Kontrolle kein Freifahrtschein ist.

Lucas Vázquez brachte auf der rechten Seite die Erfahrung aus vielen großen Europapokalabenden ein, während Badé und Tapsoba die wenigen Durchbrüche der Gäste entschärfen sollten. Auf der linken Seite bekam Medina viel Raum für Vorstöße. Er nutzte ihn nicht bei jeder Aktion, aber genau dort lag später der entscheidende zweite Treffer. Bei Bayer kamen außerdem Jarell Quansah, Ezequiel Fernández, Afonso Moreira, Christian Kofane und Eliesse Ben Seghir zum Einsatz. Ben Seghir kehrte nach seiner Verletzungspause erstmals in dieser Spielzeit auf den Platz zurück.

🧤 Leban und Flekken halten das Spiel lange offen

Das 1:0 nahm der Partie nicht die Spannung. Leverkusen erspielte sich mehrere Möglichkeiten, doch Leban reagierte gegen Garcia, Terrier und weitere Abschlüsse aufmerksam. Gerade deshalb wuchs bei Celje die Hoffnung, mit einem einzelnen gelungenen Angriff wieder auf Augenhöhe zu kommen. In der ersten Halbzeit musste Flekken zweimal schnell reagieren. Seine Paraden verhinderten, dass die Werkself vor dem Seitenwechsel den Preis für ihre ausgelassenen Chancen zahlte.

Nach der Pause blieb Bayer die aktivere Mannschaft, doch das Spiel wurde nicht sofort sauberer. Medina bekam in der 51. Minute eine Gelegenheit aus kurzer Distanz, traf den Ball aber nicht richtig. Celje wartete auf Fehler im Aufbau und versuchte, über Dukuly oder Kučys in gefährliche Zonen zu gelangen. Die slowenische Mannschaft hatte nicht viele solcher Momente, aber sie brauchte auch nicht viele, um Leverkusen wach zu halten.

Das gehört zu den unbequemen Wahrheiten eines Europa-League-Auftakts. Dominanz reicht nicht, wenn der letzte Pass oder der Abschluss zu ungenau bleibt. Bayer hatte Ball und Feldvorteile, musste aber trotzdem konzentriert verteidigen. 27.945 Zuschauer in der BayArena sahen keine Gala, sondern eine Mannschaft, die sich den Sieg erarbeiten musste. Gerade für einen Saisonstart in Europa ist das kein schlechter Test.

📐 Garcia bereitet vor, Medina beendet die Diskussion

In der 74. Minute fiel das Tor, das Leverkusen brauchte. Afonso Moreira setzte sich mit einem Distanzschuss in Szene, Leban lenkte den Ball an die Latte. Der anschließende Eckball gehörte erneut Garcia. Seine Hereingabe landete am zweiten Pfosten, wo Facundo Medina den Ball direkt nahm und zum 2:0 verwandelte. Es war kein Zufallstreffer aus dem Nichts. Die Szene fasste den Abend zusammen: Bayer blieb bei Standards präsent, Garcia lieferte die Qualität, Medina war im richtigen Raum.

Für den Argentinier war der Treffer auch deshalb auffällig, weil er als linker Verteidiger begonnen hatte. Seine Rolle war nicht darauf beschränkt, hinten zu sichern. Wenn Leverkusen den Gegner weit zurückdrückte, durfte Medina nachrücken und den Strafraum besetzen. Gegen Celje wurde aus dieser Freiheit ein Tor. Auf der anderen Seite konnte Martínez anschließend frische Kräfte bringen und das Ergebnis absichern, ohne den Rhythmus komplett zu verlieren.

📊 Was das 2:0 tatsächlich aussagt

Das Ergebnis liefert Bayer die ersten drei Punkte der Ligaphase. Es sagt aber nicht, dass bereits alles rund läuft. Leverkusen hatte genug Möglichkeiten, die Partie früher zu beruhigen. Schick, Terrier und Garcia waren an mehreren guten Angriffen beteiligt, doch Leban hielt Celje im Spiel. Gleichzeitig zeigte die Mannschaft, dass sie nach verpassten Chancen nicht auseinanderfiel. Das war gegen einen Gegner wichtig, der nach seinem Trainerwechsel mit einer kompakten und disziplinierten Idee angereist war.

Der 2:0-Sieg hatte zwei klare Gesichter. Das erste war das kontrollierte: Leverkusen diktierte über lange Strecken Tempo und Feldposition. Das zweite war das pragmatische: Flekken hielt den Vorsprung fest, die Abwehr blieb bei den wenigen gefährlichen Momenten wach, und die Ecken brachten schließlich den Unterschied. Aleix Garcia stand bei beiden Toren im Mittelpunkt, ohne selbst zu treffen. Das ist oft ein gutes Zeichen für ein Mittelfeld, das nicht nur auf einen einzelnen Abschluss wartet.

🔭 Ein gelungener Auftakt, kein Grund zur Selbstzufriedenheit

Die Europa League hat für Leverkusen damit begonnen, wie sie in langen Spielzeiten häufig beginnt: mit einem Pflichtsieg, der nicht jedes Problem verschwinden lässt. Gerade diese Mischung kann hilfreich sein. Das Team nimmt Selbstvertrauen mit, kennt aber auch die Phasen, in denen es konsequenter werden muss. Gegen Celje reichten Standards und Stabilität. Gegen die stärkeren Gegner der Ligaphase wird Bayer seine guten Spielzüge häufiger zu klaren Abschlüssen bringen müssen.

Der Auftakt gehört trotzdem der Werkself. Svit Seslars Eigentor öffnete das Spiel, Facundo Medina schloss es, und Aleix Garcia gab beiden entscheidenden Szenen seine Richtung. Leverkusen hat die ersten drei Punkte, eine funktionierende Standardwaffe und einen Torhüter, der im richtigen Moment da war. Mehr sollte man aus einem ersten Europapokalabend nicht herauslesen. Weniger aber auch nicht.