Durán führt Celtic zum 3:0 gegen Aberdeen
Celtic gewinnt 3:0 gegen Aberdeen und bleibt perfekt. Camilo Durán trifft erneut, Benjamin Nygren und Hyunjun Yang vollenden eine dominante erste Halbzeit.
Celtic Glasgow hat seinen perfekten Start in die schottische Premiership mit einem klaren 3:0 gegen Aberdeen fortgesetzt. Im Celtic Park fiel die Entscheidung bereits vor der Pause. Camilo Durán eröffnete den Abend mit einem wuchtigen Distanzschuss, Benjamin Nygren legte nach und Hyunjun Yang machte den Dreierpack in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit komplett. Für Durán war es bereits das sechste Tor in fünf Partien.
Das Ergebnis erzählt von einer Mannschaft, die ihre stärkste Phase sehr entschlossen genutzt hat. Celtic hatte nicht in jeder Minute freie Bahn, aber die Gastgeber brauchten nur wenige klare Szenen, um Aberdeen in eine schwierige Lage zu bringen. Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie ruhiger, doch an der Statik des Abends änderte sich nichts mehr. Celtic gewann verdient, Aberdeen zeigte erst spät die nötige Ruhe am Ball.
⚽ Durán trifft früh und gibt den Ton an
Es dauerte 14 Minuten, bis Celtic erstmals wirklich gefährlich wurde. Camilo Durán nahm einen Pass von Nygren rund 20 Meter vor dem Tor auf, schuf sich mit einer kurzen Bewegung den nötigen Freiraum und jagte den Ball an die Unterkante der Latte. Der Schuss war ebenso präzise wie überraschend. Torhüter Marius Müller hatte keine Chance, obwohl die Situation zunächst nicht nach einem zwingenden Abschluss aussah.
Genau darin liegt derzeit Duráns Wert. Der Kolumbianer braucht keinen langen Anlauf und keine vollständig offene Abwehr, um eine Aktion zu Ende zu bringen. Gegen Aberdeen setzte er mit diesem Tor die Richtung: Celtic spielte mit Selbstvertrauen, die Gäste mussten von da an höheres Risiko gehen. Für Martin O'Neill war das frühe 1:0 mehr als eine Führung. Es gab seiner Mannschaft die Möglichkeit, den Ballbesitz kontrollierter zu nutzen und auf die nächste Lücke zu warten.
Durán blieb danach der aktivste Angreifer. Er setzte Müller in der ersten Halbzeit mehrfach unter Druck und band die Innenverteidiger Lewis Mayo, Mats Knoester und Gavin Molloy immer wieder in Duelle, die Aberdeen aus der gewünschten Ordnung zogen. Als er in der Schlussphase der ersten Hälfte einen Ball nach einem missglückten Klärungsversuch aufnahm, lieferte er auch noch die Vorlage für Yang. Der Abend war damit nicht bloß ein weiterer Treffer des Stürmers, sondern eine Partie, in der er Angriffsräume schuf und nutzte.
🎯 Nygren und Yang machen die erste Halbzeit komplett
Das 2:0 durch Benjamin Nygren in der 34. Minute entstand aus einer Szene, die Celtic sofort zu Ende spielte. Haissem Hassan brachte den Ball von außen in den Strafraum, dort sprang er über Afeez Aremu zu Nygren. Dessen Abschluss war nicht spektakulär, aber wirkungsvoll. Der Ball setzte vor Müller unglücklich auf und rutschte vorbei. Für Aberdeen war das bitter, weil die Gäste bis dahin einzelne Gegenstöße hatten und sich keineswegs nur in den eigenen Strafraum zurückzogen.
Kurz vor der Pause gab es sogar einen Moment, der die Partie hätte öffnen können. Molloy traf nach einer Ecke die Latte. Statt eines möglichen Anschlusstreffers folgte aber der nächste Celtic-Angriff. Durán setzte Yang ein, und der Südkoreaner verwandelte zum 3:0. Zwischen diesen beiden Szenen lagen nur wenige Augenblicke, doch sie erklären den Abend ziemlich genau: Aberdeen war in Reichweite einer anderen Spielgeschichte, Celtic bestrafte den kleinsten Kontrollverlust sofort.
Für Hyunjun Yang war der Treffer ein wichtiger Beleg für seine Rolle in dieser Offensive. Er arbeitet auf der Außenbahn, gibt dem Spiel Breite und ist zugleich bereit, in den Strafraum zu stoßen, wenn Durán oder Nygren den Blick heben. Diese Laufwege machen Celtic weniger berechenbar. Der Gegner kann nicht alles auf den zentralen Stürmer konzentrieren, weil Yang und Hassan die Räume außen besetzen und die zweite Linie mitlaufen lassen.
📊 Drei Tore, obwohl Aberdeen nicht chancenlos war
Das 3:0 zur Pause lässt leicht vergessen, dass Aberdeen durchaus zu Abschlüssen kam. Ayoub Mouloua setzte einen Kopfball aus guter Position daneben, und Gavin Molloy fehlten vor dem Seitenwechsel nur Zentimeter zum Treffer, als sein Versuch an der Latte landete. Nach der Pause hatten Connor Ronan, Toyosi Olusanya und Lewis Smith Phasen, in denen die Gäste den Ball besser hielten und Celtic weiter nach hinten drückten.
Der Unterschied lag jedoch in der Konsequenz. Celtic traf mit dem ersten echten Abschluss und entschied die kritischen Momente vor dem eigenen Tor. Torhüter Viljami Sinisalo musste aufmerksam bleiben, ebenso die Abwehrreihe mit Cameron Carter-Vickers, Auston Trusty, Liam Scales und Colby Donovan. Doch Aberdeen brachte den Gastgeber nie in jene offene Schlussphase, in der ein früher Anschlusstreffer plötzlich alles verändert.
Das ist kein Zufall. Mit Callum McGregor im Zentrum, Alex Oxlade-Chamberlain neben ihm und Nygren als Verbindungsspieler fand Celtic nach hektischen Minuten wieder zu einfachen Pässen. Die Mannschaft suchte nicht immer den direkten Vertikalball. Oft reichte eine ruhige Ballzirkulation, um Aberdeen erneut laufen zu lassen. So blieb die zweite Halbzeit zwar lebhafter, aber nicht wirklich unkontrolliert.
🧠 Was Celtic an diesem Abend gut löste
Der Sieg beruhte nicht nur auf Duráns Abschlussstärke. Celtic stellte die Abstände im Angriff klug her. Nygren rückte immer wieder in Zonen, aus denen er sowohl den letzten Pass als auch den zweiten Ball spielen konnte. Hassan suchte die Linie und zog Gegenspieler mit. Yang wartete nicht starr außen, sondern startete immer dann nach innen, wenn der Raum frei wurde. Das gab Durán die Freiheit, sich zwischen den Linien zu bewegen oder selbst zentral zu bleiben.
Ebenso wichtig war die Reaktion nach Ballverlusten. Celtic presste nicht jedes Mal mit voller Wucht, sondern entschied genauer, wann der Zugriff sinnvoll war. Dadurch mussten McGregor und die Innenverteidiger nicht dauernd große Räume absichern. Gegen einen Gegner wie Aberdeen, der nach dem Rückstand mutiger werden musste, war diese Balance wertvoller als ein pausenloses Anrennen.
Auch die Wechsel passten zum Spielbild. Mika Baur und Oliver Sørensen brachten frische Beine im Mittelfeld, während Mheuka und James Forrest die vorderen Positionen entlasteten. Keiner dieser Schritte änderte die Grundidee. Celtic blieb kompakt, ließ sich nicht zu überflüssigen Risiken verleiten und bewahrte den Vorsprung ohne große Dramatik.
📌 Sechs Tore in fünf Partien sind ein Signal
Sechs Treffer in fünf Spielen machen aus Duráns Saisonstart ein Thema, das über diesen einzelnen Abend hinausgeht. Zahlen allein entscheiden keine Meisterschaft, doch sie zeigen, wie schnell ein Neuzugang in einem neuen Umfeld Verantwortung übernehmen kann. Durán ist nicht nur der Spieler für den letzten Kontakt. Seine Bewegungen helfen Nygren, Yang und Hassan, in bessere Positionen zu kommen. Das macht ihn für die Gegner schwerer zu planen.
Für Celtic ist entscheidend, dass die Last nicht vollständig auf seinen Schultern liegt. Nygren trifft, Yang trifft, und die Mittelfeldachse um McGregor hält das Spiel zusammen. Gerade deshalb wirkt der perfekte Ligastart belastbar. Wenn Durán einmal keinen Abschluss bekommt, gibt es andere Wege zum Tor. Gegen Aberdeen war genau diese Breite zu sehen.
🔭 Ein klarer Abend, aber kein Grund für Selbstzufriedenheit
Aus Aberdeens Sicht bleibt die zweite Halbzeit ein kleiner Anhaltspunkt. Die Mannschaft zeigte, dass sie unter Druck nicht nur lange Bälle schlagen muss. Stephen Robinson wird trotzdem auf die Anfangsphase schauen, denn gegen Celtic werden Unsicherheiten im Zentrum und verlorene zweite Bälle oft sofort bestraft. Die drei Gegentore vor der Pause ließen keine echte Aufholjagd mehr zu.
Celtic nimmt dagegen nicht nur drei Punkte mit, sondern auch die Bestätigung einer funktionierenden Angriffsachse. Durán, Nygren und Yang entschieden die Partie früh, während die erfahrenen Spieler dahinter den Vorsprung sachlich verwalteten. Das 3:0 gegen Aberdeen war deshalb kein lauter Ausnahmeabend. Es war eine Vorstellung, in der viele Abläufe bereits erstaunlich selbstverständlich wirkten.